Eritreische Antimilitaristische Initiative (EAI)

Hintergründe

Nach mehr als drei Jahrzehnten bewaffneten Kampfes für die Unabhängigkeit Eritreas und nach dem als "Grenzkonflikt" bezeichneten Krieg gegen Äthiopien (1998-2000), bei dem 70.000 SoldatInnen getötet wurden, sind die Folgen militärischer Auseinandersetzungen in der Region offensichtlich: Hunger, Verelendung, Vertreibung, Verminung des Landes, Verbannung von angestammtem Landbesitz, Beschlagnahmung von Eigentum, Flucht, Traumatisierung, unübersehbares Leid für die Zivilbevölkerung und anderes.

Die Zwangsrekrutierung zum Militär ist für alle 18- bis 40-jährigen seit 1994 üblich, Kriegsdienstverweigerung und Desertion ziehen Folter, Langzeitinhaftierung bis hin zur Todesstrafe nach sich. Das Recht auf Kriegsdienstverweigerung wird nicht gewährt. Willkürliche Festnahmen und die Missachtung elementarer Menschenrechte (z. B. Pressefreiheit) sowie das Fehlen jeglicher rechtsstaatlicher Verfahren bestimmen den Alltag.

Die Verfolgung von (religiösen) Minderheiten nimmt zu. Unabhängige Nichtregierungsorganisationen, Menschenrechtsgruppen oder internationale Beobachter werden nicht geduldet. Die von amnesty international und anderen Organisationen geforderten unabhängigen Untersuchungen werden nicht gewährt.

Wir sind ...

Kriegsdienstverweigerer und Kriegsdienstverweigerinnen aus Eritrea, die in Deutschland leben. Wir setzen uns für eine friedliche Zukunft und das Recht auf Kriegsdienstverweigerung in Eritrea ein. Wir verstehen uns als unabhängige und überparteiliche Initiative und sind offen für alle Menschen und Gruppen, die sich mit uns für dieses Ziel engagieren.

Wir wollen ...

uns für einen gewaltfreien, demokratischen Prozess in Eritrea einsetzen. Wir sind davon überzeugt sind, dass alle Formen von Krieg und militärischer Unterdrückung einer friedlichen Entwicklung in der Region entgegenstehen. Wir orientieren uns an den Prinzipien der Graswurzelbewegung, sowohl in unseren Aktionsformen wie auch in unseren Organisationsstrukturen. Wir halten Verbindung zu vergleichbaren Gruppen in Deutschland und anderen Ländern.

Unsere Ziele

Wir setzen uns für die Gründung von Netzwerken innerhalb und außerhalb Eritreas ein, die einen dauerhaften Frieden auf der Basis der Menschenrechte sowie der Ablehnung von Zwangsrekrutierung, Militarisierung und Krieg in Eritrea im Blick haben. Wir unterstützen die Arbeit von Menschenrechtsgruppen und Friedensinitiativen innerhalb und außerhalb von Eritrea. Wir treten ein für das Recht auf Kriegs- und Militärdienstverweigerung aus Gewissensgründen, da wir darin einen entscheidenden Beitrag für eine friedliche Entwicklung sehen.

Wir beraten und unterstützen Kriegsdienstverweigerer, die aus Gewissensgründen, aus politischen, religiösen oder anderen Motiven den Militärdienst ablehnen sowie ihre Familien.

Wir stellen der deutschen Öffentlichkeit und anderen interessierten Personen wichtige Informationen über die Situation der Kriegsdienstverweigerer und Kriegsdienstverweigerinnen in Eritrea zur Verfügung.

Die Interessen des eritreischen Volkes stehen für uns an erster Stelle, jenseits aller Parteipolitik.

Quelle: Eritreische Antimilitaristische Initiative: Flyer 2005

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