Rundbrief »KDV im Krieg« - September 2018

Rundbrief »KDV im Krieg« - September 2018

Arbeit von Connection e.V.

März bis August 2018

von Franz Nadler und Rudi Friedrich

Aktion zum 15. Mai

Zum Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung, dem 15. Mai 2018, organisierten wir in Berlin eine Aktion vor der südkoreanischen Botschaft. Wir hatten die Idee, für jeden in Südkorea inhaftierten Kriegsdienstverweigerer einen Luftballon steigen zu lassen. Gemeinsam mit etwa zehn Organisationen konnten wir das auch umsetzen: Eine sehr schöne Aktion, über die wir ausführlich berichten (…mehr).

Sehr erfreulich war zudem, dass wir dem Botschafter auch eine Petition übergeben konnten und bei der Gelegenheit mit einigen Verantwortlichen im Konsulat unsere Forderung stark machten, das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung anzuerkennen.

Wenige Wochen später entschied dann das südkoreanische Verfassungsgericht zugunsten der Verweigerer und gab der Regierung Zeit bis Ende 2019, eine rechtliche Regelung für einen alternativen Dienst zu schaffen. Das löst das Problem noch nicht wirklich, wie die Verurteilung eines Kriegsdienstverweigerers im Juli 2018 zeigt (…mehr).

Englische Broschüre zu Eritrea

Kurz vor der Sommerpause konnten wir noch die Broschüre „Eritrea: A Country Under the Sway of a Dictatorship - Desertion, Refuge & Asylum“ herausgeben. Sie enthält im Wesentlichen die Beiträge, die bereits in der deutschen Broschüre enthalten sind, ergänzt durch einige aktuelle Artikel. Die Broschüre kann auf unserer Website unter https://en.connection-ev.org/article-2653 heruntergeladen werden. Einzelne gedruckte Exemplare sind auch über unser Büro erhältlich.

Besuch in der Türkei

Bereits im April diesen Jahres hatte die Delegationsgruppe der War Resisters‘ International, an der neben Connection e.V., der Bund für Soziale Verteidigung, der österreichische Zweig des Versöhnungsbundes und La Transicionera aus Spanien beteiligt sind, im Bereich Menschenrechte und Antimilitarismus aktive Menschen und Gruppen in Istanbul besucht. Es war erschreckend zu sehen, wie sich die Lage in der Türkei zuspitzt. Und es war die Zeit des Krieges in Afrin.

Die AktivistInnen forderten, dass wir uns gegen Waffenexporte in die Türkei einsetzen sollten. Und wir vereinbarten, dass wir zu verschiedenen Themenbereichen mit Unterstützung der AktivistInnen aus der Türkei publizieren wollen, sie aber aufgrund der bestehenden Gefährdung nicht namentlich nennen werden. (...mehr)

Trotz dieser dramatischen Situation gibt es Vorschläge aus der Türkei, was wir machen könnten: „Wichtig ist, Kontakt zu halten, damit Aktivist*innen in der Türkei wissen, dass sie nicht alleine stehen. Besucht das Land, trefft aktive Gruppen, beobachtet Gerichtsverfahren und schreibt Unterstützungsbriefe, wo das sinnvoll ist.“

Desertion und Militärstreik im I. Weltkrieg

Der I. Weltkrieg war der erste wirklich internationale Krieg, mit 40 beteiligten Staaten. 70 Millionen Soldaten standen unter Waffen. Millionen starben auf den Schlachtfeldern des industrialisiert geführten Krieges.

Wir wollen dies zum Anlass nehmen, hierzu eine Veranstaltung anzubieten: In einer etwa 75-minütigen Szenischen Lesung werden Rudi Friedrich von Connection e.V. und der Gitarrist Talib Richard Vogl denjenigen Raum geben, die sich mit ihrer Desertion oder auf andere Art und Weise gegen den I. Weltkrieg wandten. Mit Texten u.a. von Dominik Richert, Ernst Toller, Wilhelm Lehmann und Richard Stumpf, mit Gedichten, Liedern und Musik werden sie ihren Erlebnissen, Gedanken, Motiven und Konsequenzen nachgehen, auch mit Verweis auf die aktuelle Bedeutung.

In Deutschland war 1914 die Kriegsdienstverweigerung so gut wie unbekannt. Gegen Ende des Krieges gab es massenhafte Desertionen und Militärstreiks. Zum ersten Mal entwickelte sich eine breite Bewegung gegen den Krieg. Daran anknüpfend gab es in der Weimarer Republik intensive Diskussionen über Strategien der Kriegsdienstverweigerung und andere Möglichkeiten des Widerstandes gegen Krieg.

Rudi Friedrich (Trompete, Lautpoesie, Gesang, Lesung) und Talib Richard Vogl (Gitarre, Lautpoesie, Gesang, Lesung) bieten mit einer tiefsinnig und kurzweilig gestalteten Szenischen Lesung einen aufschlussreichen Einblick in die damalige Zeit. Nach der Szenischen Lesung wird es die Möglichkeit für ein Gespräch geben.

Wer Interesse an der Ausrichtung solch einer Veranstaltung hat, melde sich bitte bei uns im Büro. Mehr dazu auch unter https://de.connection-ev.org/100JahreDesertion-form. Einige Veranstaltungen stehen auch schon fest, siehe www.Connection-eV.org/veranstaltungen.

Franz Nadler und Rudi Friedrich: Arbeit von Connection e.V., 1. September 2018. Der Beitrag wurde veröffentlicht in: Connection e.V. (Hrsg.): Rundbrief »KDV im Krieg«, Ausgabe September 2018

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