Rundbrief »KDV im Krieg« - November 2018

Rundbrief »KDV im Krieg« - November 2018

Armenien: Desertionen im besetzten Nagorny-Karabach

von News.Az

(07.06.2018) Die Gründe für diese Desertionen sind selbstverständlich in jedem Fall anders, aber die Desertionen zeigen, dass die armenische Armee eine beispiellose Krise durchläuft und schwächer denn je ist. Könnte es auch anders sein angesichts unerträglicher Bedingungen im Dienst, ständigen Angriffen und Mobbing von Kommandeuren und Kameraden? Die Armee selbst wird zerrissen durch „mörderische Kriege“ zwischen Wehrpflichtigen aus Armenien und Karabach.

Armiya.az berichtete unter Verweis auf armenische Medien, dass der armenische Soldat Heinrich Aloyan, der widersetzlich seinen Dienstort verlassen hat, eine ihm drohende harte Bestrafung wegen Desertion vermeiden konnte. Ein Angehöriger namens Kolya half ihm dabei: Dem Militärstaatsanwalt wurde eine Bestechungssumme übergeben. Danach wurde die Anklage geändert und er erhielt eine niedrigere Strafe.

Eine weitere Desertion ereignete sich in dem 5. Schützenregiment. Soldat Grigoryan desertierte aus der Einheit, um der Ableistung des Dienstes zu entgehen. Am nächsten Tag verhaftete ihn die Militärpolizei. Grigoryan wurde inhaftiert und blieb 10 Tage im Wachhaus eingesperrt.

Der Soldat Vahram Tatevosyan hatte seinen Posten im Feld verlassen. Ermittler Hayvazyan sammelte Material gegen ihn, aufgrund dessen er von der Militärpolizei festgenommen wurde. Gegenwärtig liegt der Fall der Militärstaatsanwaltschaft vor.

Ein weiterer Deserteur – Taron Vartanyan – verließ widersetzlich seinen Dienst und fuhr in seine Heimatstadt Armavir. Er wurde aber schnell verhaftet und auf Anordnung des Offiziers Khachatryan zu seiner Einheit zurückgebracht. Im Verlauf der offiziellen Ermittlungen, durchgeführt von Offizier V. Iskandaryan, wurde Material gesammelt, aufgrund dessen ein Strafverfahren gegen Vartanyan eingeleitet wurde.

Ein Soldat der Artillerie, Vaginar Tadevosyan, der aus dem Dorf Samakhar in der Region Shirak in Armenien einberufen worden war, verließ seinen Dienstort auf eigene Entscheidung hin. Er wurde strafrechtlich verfolgt.

Es sollte angemerkt werden, dass die militärische Führung von Armenien diese Tatsachen vor der Öffentlichkeit verschweigt, um die bereits „seit langem leidende“ Bevölkerung nicht mit Rechtsverletzungen in der Armee zu schockieren. Alle Ermittlungen werden im Stillen durchgeführt.

News.Az: Five soldiers deserted Armenian occupation army within a week. 7. Juni 2018. Übersetzung: rf. Quelle: https://news.az/articles/world/131669. Der Beitrag wurde veröffentlicht in: Connection e.V. (Hrsg.): Rundbrief »KDV im Krieg«, Ausgabe November 2018.

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