THAILAND • ANKLAGE GEGEN KRIEGSDIENSTVERWEIGERER NETIWIT CHOTIPHATPHAISAL FALLENLASSEN

vom 9. September 2025


Wir, die unterzeichnenden Organisationen, erklären unsere nachdrückliche Unterstützung für Netiwit Chotiphatphaisal, Thailands ersten öffentlichen Kriegsdienstverweigerer, der sich am 10.–11. September 2025 vor dem Provinzgericht Samut Prakan verantworten muss. Ihm wird nach § 27 des Wehrdienstgesetzes B.E. 2497 (1954) die „Flucht vor dem Militärdienst“ vorgeworfen. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu drei Jahre Haft.

Wir, die unterzeichnenden Organisationen, erklären unsere nachdrückliche Unterstützung für Netiwit Chotiphatphaisal, Thailands ersten öffentlichen Kriegsdienstverweigerer, der sich am 10.11. September 2025 vor dem Provinzgericht Samut Prakan verantworten muss. Ihm wird nach §27 des Wehrdienstgesetzes B.E. 2497 (1954) die "Flucht vor dem Militärdienst" vorgeworfen. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu drei Jahre Haft.

Netiwits Weigerung, Militärdienst zu leisten, die er erstmals als Jugendlicher nach der Machtübernahme des thailändischen Militärs im Jahr 2014 erklärte, ist eine Gewissensentscheidung. In seinen eigenen Worten:

»Ich lehne die Vorstellung ab, dass Frieden durch Gewalt entstehen müsse, dass Gehorsam wichtiger sei als das Gewissen. Militaristische Werte durchdringen die thailändische Gesellschaft  nicht nur in den Kasernen, sondern auch in unseren Klassenzimmern, in unserer Politik, in der Art und Weise, wie jungen Menschen beigebracht wird zu denken und sich auszudrücken. Diese Werte erschweren echte Bildung, Demokratie und Meinungsfreiheit. Zu verweigern heißt, sich diesem Denken zu widersetzen. Es heißt zu sagen: Unser Leben darf nicht zum Werkzeug des Krieges werden, unser Denken nicht durch Angst geformt.«

 

Seine Verweigerung ist nicht nur ein zutiefst persönlicher Akt des Gewissens, sondern auch eine Haltung, die im Völkerrecht anerkannt und geschützt ist. Artikel 18 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte (UN—Zivilpakt, IPbpR), dem Thailand beigetreten ist, garantiert das Recht auf Gedanken—, Gewissens— und Religionsfreiheit. Der Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen hat bekräftigt, dass das Recht auf Kriegsdienstverweigerung im Artikel 18 verankert ist und dass Personen nicht gegen ihre Überzeugungen zum Militärdienst gezwungen werden dürfen.

Die Strafverfolgung Netiwits wegen der Ausübung dieses Rechts verletzt nicht nur die internationalen Verpflichtungen Thailands, sondern untergräbt auch das grundlegende Prinzip, dass die Gewissensfreiheit geachtet werden muss.

Wir fordern daher:

die thailändischen Behörden sollen die Anklagen gegen Netiwit Chotiphatphaisal umgehend fallenlassen und sicherstellen, dass er künftig nicht wegen seiner Kriegsdienstverweigerung strafrechtlich verfolgt wird;

⸻ Thailand soll die notwendigen gesetzlichen Schritte unternehmen, um das Recht auf Kriegsdienstverweigerung in seinen Gesetzen und seiner Praxis anzuerkennen – im Einklang mit den internationalen Menschenrechtsstandards.

 

Netiwits Haltung spiegelt ein universelles Prinzip wider: Niemand darf dafür bestraft werden, aus Gewissensgründen die Waffen zu verweigern. Seine Worte erinnern uns daran, dass Kriegsdienstverweigerung sowohl ein Menschenrecht als auch ein kraftvoller Akt des Widerstands gegen den Militarismus ist. Wir erklären unsere Solidarität mit ihm und mit allen, die in Thailand und darüber hinaus das Töten verweigern.

 

UNTERSCHRIEBEN VON
Connection e.V.
Kriegsdienstverweigerungswacht
Neues Profil
Bewegung der Kriegsdienstverweiger*innen
Internationale der Kriegsdienstgegner*innen
Welt ohne Krieg

 

 

Hier finden Sie das Ergebnis der Anhörung von Netiwit, die am 10.⸻11. September stattfand.

Stichworte:    ⇒ Bewegung der Kriegsdienstverweiger*innen   ⇒ Connection e.V.   ⇒ Forderung   ⇒ Internationale der Kriegsdienstgegner   ⇒ Kriegsdienstverweigerung   ⇒ Kriegsdienstverweigerungswacht   ⇒ Menschenrechte   ⇒ Militär   ⇒ Militärdienstentziehung   ⇒ Netiwit Chotiphatphaisal   ⇒ Neues Profil   ⇒ Pressemitteilung   ⇒ Thailand   ⇒ UN—Menschenrechtsausschuss   ⇒ UN—Zivilpakt   ⇒ Urteile   ⇒ Vereinte Nationen   ⇒ Wehrpflicht   ⇒ Welt ohne Krieg