Bremer Friedenspreis 2024. Foto: Cul Gyun Yoo

Bremer Friedenspreis 2024. Foto: Cul Gyun Yoo

SPENDENAUFRUF ZUR FORTFÜHRUNG UNSERER ARBEIT IM KOMMENDEN JAHR

RÜCKBLICK UND VORSCHAU AUF DIE JAHRE 2025/26

4. Dezember 2025

 

Langsam aber sicher geht das Jahr zu Ende. Zeit für einen Rückblick auf das Jahr 2025 und eine Vorschau auf kommende Projekte. Wir hoffen dass Ihr/Sie uns weiterhin dabei unterstützen, das Recht auf Kriegsdienstverweigerung durchzusetzen, in Deutschland und weltweit.

Da sich »Connection e.V.« ausschließlich durch Spenden finanziert, ist es uns möglich unabhängig zu arbeiten. Daran möchten wir auch im nächsten Jahr anknüpfen. Hier geht es direkt zu unserem Spendenformular. Vielen Dank für Eure/Ihre Unterstützung!

Für ein uneingeschränktes Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung! Kriegsdienstverweiger*innen und Deserteur*innen brauchen Asyl!


ZEIT FÜR EINEN RÜCKBLICK AUF DAS JAHR 2025

Die Militarisierung der Gesellschaft schreitet mit Sieben—Meilen—Stiefeln voran. Aufrüstung, Rekrutierung und Militärdienstpflicht, Gesellschaftsjahr sind in der Umsetzung. Da geraten die Menschenrechte unter Druck, nicht nur in Russland und der Ukraine. Die Beratungsanfragen zur Kriegsdienstverweigerung, Desertion und Asyl haben enorm zugenommen.

Die Spendenkampagne im Frühjahr ermöglichte uns die Anstellung von Artem Klyga, dem russischen Juristen. Er unterstützt uns diese Beratungsanfragen qualifiziert zu bewältigen.

Mit Zaira Zafarana gelingt es uns, die vielfältigen Probleme, die es weltweit mit der Umsetzung des Rechts auf Kriegsdienstverweigerung gibt, direkt dem VN—System in Genf vorzulegen.

Türkei—Rundreise im Februar/März:
Aktive unserer türkischen Partnerorganisation »Kriegsdienstverweigerungswacht« (»Vicdani Ret İzleme«) führten in acht Orten in Italien, der Schweiz und Deutschland Veranstaltungen durch. Sie sprachen eindrücklich von ihren persönlichen Erfahrungen mit der Militärdienstpflicht und dem fehlenden Recht auf Kriegsdienstverweigerung sowie über die Einschränkungen ihrer bürgerlichen Rechte, die sie ihr ganzes Leben verfolgen. Ein zusätzlicher Fokus lag auf der Frage, in wieweit die Kriegsdienstverweigerung in den kurdischen Regionen eine Form des gewaltfreien Widerstands gegen die militaristische Politik des Staates darstellt. Sie nahmen auf Einladung unserer Vertretung beim UN—Menschenrechtsrat in Genf teil, prangerten dort die Repressionen gegen Kriegsdienstverweiger*innen an und stellten konkrete politische Empfehlungen vor, um einen wirkungsvollen Wandel herbeizuführen. Hier kann der Halbjahresbericht von »Kriegsdienstverweigerungswacht« gelesen werden.

15. Mai ⸻ Internationaler Tag der Kriegsdienstverweigerung:
Zusammen mit Friedens— und Menschenrechtsorganisationen haben wir in Berlin ein Konzert mit Lebenslaute »Für den unbekannten Deserteur« organisiert. 200 Stühle wurden mit Namen von Menschen bestückt, die aufgrund ihrer Kriegsdienstverweigerung verfolgt werden. Sie standen für Hunderttausende, die sich den verschiedensten Kriegen verweigern, sich dem Dienst entziehen, desertieren. Es gab Redebeiträge auch aus Russland, Israel und Angola. Or vom »Neuen Profil« («פרופיל חדש») aus Israel erklärte: »Den Kriegsdienst zu verweigern, bedeutet nicht, Held*in zu sein. [...] Wir tun es, um unsere Privilegien zu nutzen, damit die Stimmen derjenigen gehört werden, die unter der Besatzung leiden. Und wir tun es, um nicht Teil jener Ungerechtigkeiten zu sein, die in unserem Namen begangen werden«. Rudi Friedrich betonte»Kriegsdienstverweigerung ist kein Schönwetterrecht, das nach Belieben ausgesetzt werden kann. Kriegsdienstverweigerung ist als Menschenrecht anerkannt und muss jederzeit in Anspruch genommen werden können«.


Mitte Juli erreichte uns die bis heute unfassbare Nachrichtunser Geschäftsführer Rudi Friedrich ist tödlich verunglückt. Er war seit 32 Jahren das Gesicht und der Motor von »Connection e.V.« Er hat all die Initiativen mitentwickelt und umgesetzt. Die hinterlassene Lücke ist unübersehbar. Deshalb einen herzlichen Dank an alle, die uns in dieser schwierigen Situation unterstützen und uns in unserem Anliegen bestärken. Unsere Vorsitzen Franz Nadler und Thomas Stiefel erinnern sich in einem Nachruf an das Lebens und Lebenswerk von Rudi Friedrich.


Russland—Rundreise im Oktober:
Menschenrechtsaktivist*innen von »Bewegung der Kriegsdienstverweiger*innen« (»Движение сознательных отказчиков«, auch bekannt als »Stoparmy Movement«) und Artem Klyga, Osteuropa—Experte bei »Connection e.V.«, berichteten vor außerordentlich interessiertem und zahlreichem Publikum in 10 Orten Deutschlands und Österreichs. Themen waren die Verschärfung der Gesetzgebung insbesondere bei der Rekrutierung von Wehrpflichtigen, die Digitalisierung der Einberufung, die Ausübung von Druck und Gewalt, um Wehrpflichtige zur Vertragsunterzeichnung zu pressen, so dass sie unbefristet als Soldaten eingesetzt werden. Sie berichteten über »extralegale Exekutionen« und brutale Misshandlungen und Folter. Es wurde auch über Widerstand in Russland, aber auch von der restriktive Handhabung der EU—Einreise— und Schutzbestimmungen berichtet, wie etwa die faktische Aussetzung der Erteilung humanitärer Aufnahmevisa.


VORSCHAU: UNSERE PROJEKTE 2026

⸻ Lesereise mit Rolf Cantzen zu seinem Buch »Deserteure«;
⸻ Theaterworkshop für Jugendliche: »Militärdienstpflicht und Kriegsdienstverweigerung«;
⸻ Solidarität mit Kriegsdienstverweigerinnen weltweit;
⸻ Mitarbeit im Menschrechtsforum in Deutschland;
⸻ Lobbyarbeit für das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung und Asyl für Kriegsdienstverweiger
innen bei der EU und der VN;
⸻ Teilnahme am »Youth Future Summit 2026« in Genf;
⸻ Regelmäßige Infos zu antimilitaristischer Arbeit, Verweigerung und Asyl weltweit in unserem Rundbrief »KDV im Krieg«.

 

Wir freuen uns auch im nächsten mit unseren internationalen Partnerorganisationen zusammenarbeiten zu können, darunter u.a.:

⸻ »Eritreische Bewegung für Demokratie und Menschenrechte« (»Eritrean Movement for Democracy and Human Rights«), Großbritannien;
⸻ »Angolanische antimilitaristische Initiative für Menschenrechte« (»Iniciativa Angolana Antimilitarista para os Direitos Humanos«), Deutschland, Angola;
⸻ »Kollektiv La Tulpa Antimiltarista« (»Colectiva La Tulpa Antimiltarista«), Kolumbien;
⸻ »Verweigernde« (»Mesarvot«), Israel;
⸻ »Unser Haus« (»Наш dом«), Litauen, Belarus;
⸻ »Antimilitaristisches Netzwerk Lateinamerikas und der Karibik« (»Red Antimilitarista de América Latina y el Caribe«), Lateinamerika;
⸻ »Soldatenmütter von Sankt Petersburg« (»Солdатские матери Санкт—Петербурга«), Russland;
⸻ »Bewegung der Kriegsdienstverweiger*innen« (auch bekannt als »Stoparmy Movement«, »Движение сознательных отказчиков«), Russland;
⸻ »Kriegsdienstverweigerungswacht« (»Vicdani Ret İzleme«), Türkei;
⸻ »Internationale der Kriegsdienstgegner*innen« (»War Resisters’ International«), Großbritannien;
⸻ »Frauen in Schwarz« (»Žene u crnom«), Serbien;
⸻ »Welt ohne Krieg« (»전쟁없는세상«), Südkorea.

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