Isariya Chaimontree: ein neuer Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen in Thailand

18. April 2026


In Thailand wird das Recht auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen weder anerkannt noch umgesetzt; Kriegsdienstverweiger*innen drohen Haftstrafen. Isariya Chaimontree, ein in Thailand lebender Student, hat am 11. April 2026 öffentlich die Wehrpflicht verweigert. Seine Verweigerung ist der zweite bekannte Fall im Land nach Netiwit Chotiphatphaisal, dessen Fall derzeit vor dem Verfassungsgericht anhängig ist.


ISARIYA CHAIMONTREE:

»Am 11. April 2026 habe ich einen Akt des zivilen Ungehorsams begangen, indem ich die Einberufung zum Militärdienst verweigert habe, da sie im Widerspruch zu meinem Gewissen steht. Ich bin der Überzeugung, dass die Wehrpflicht gegen grundlegende Menschenrechte verstößt. Bereits seit meiner Highschool-Zeit vertrete ich die Ansicht, dass ich nicht am obligatorischen Militärdienst teilnehmen kann. Ich kann nicht in den Krieg ziehen und Mitmenschen töten, ungeachtet ihrer Herkunft, Religion oder Überzeugungen. Jeder Mensch verdient es, in Frieden zu leben, ohne einander zu töten.

Der Dienst als Wehrpflichtiger könnte mich dazu zwingen, Taten zu begehen, die meinem moralischen Gewissen widersprechen. Darüber hinaus sehe ich in der Wehrpflicht eine Verletzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sowie des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte, insbesondere des Artikels 18 über Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit. Das System behauptet lediglich, der Militärdienst sei eine Pflicht der thailändischen Bürger, wie in Sektion 50(5) der Verfassung des Königreichs Thailand von 2017 festgelegt.

Ich bekräftige, dass dieser Akt des zivilen Ungehorsams nicht aus persönlichem Eigennutz geschieht. Mir ist bewusst, dass viele Menschen in der Gesellschaft dieses System ablehnen, es aber aus Angst vor staatlicher Gewalt und rechtlicher Bestrafung nicht wagen, dies auszusprechen. Mein Handeln soll der Gesellschaft zeigen, dass ziviler Ungehorsam aus Gewissensgründen nicht unnormal ist, sondern etwas, das getan werden sollte, wenn man auf Ungerechtigkeit im System stößt.

Diese Aktion steht im Einklang mit dem ersten Fall in der thailändischen Geschichte, dem von Herrn Netiwit Chotiphatphaisal, der seit 2024 den zivilen Ungehorsam durch die Verweigerung der Wehrpflicht aus Gewissensgründen praktiziert. Sein Fall ist noch im Justizverfahren anhängig, wobei das Verfassungsgericht derzeit prüft, ob die Sektionen 27 und 45 des Militärdienstgesetzes von 1954 im Widerspruch zu den Sektionen 26 und 31 der Verfassung stehen.

Daraus ergeben sich meine folgenden Forderungen:
— erstens — Abschaffung der Wehrpflicht und sofortige Umstellung auf ein zu 100 % freiwilliges System,
— zweitens — Reform des Militärbudgets durch die Kürzung unnötiger Ausgaben und die Umleitung dieser Mittel zur Verbesserung der Sozialleistungen für Berufssoldat*innen, einschließlich höherer Gehälter für diejenigen, die sich freiwillig verpflichten.

Ich akzeptiere alle rechtlichen Konsequenzen, die sich aus dieser Handlung ergeben können, mit voller Verantwortung, da ich fest davon überzeugt bin, dass die Reform dieses veralteten, rechteverletzenden Systems die thailändische Gesellschaft zu mehr Gerechtigkeit, Freiheit und Respekt für das moralische Gewissen aller Bürger führen wird.

Mit Hochachtung,
Isariya Chaimontree«