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USA: Truppen der Nationalgarde lehnen Trumps Rassenkrieg ab

von Courage to Resist

(04.06.2020) Courage to Resist unterstützt derzeit Mitglieder der Nationalgarde, die sich Trumps Befehl widersetzen, friedlich und rechtmäßig gegen rassistische Ungerechtigkeiten demonstrierende Menschen auf den Straßen von Washington DC gewaltsam anzugreifen. Jetzt, da Trump droht, das Aufstandsbekämpfungsgesetz von 1807 (Insurrection Act) anzuwenden, um Truppen in die Städte in die USA zu entsenden, ist es Zeit für jedes Mitglied des Militärs, sein Gewissen zu prüfen. Wir möchten sicherstellen, dass wir die mutigen Männer und Frauen unterstützen können, die diese illegalen Befehle weiterhin ablehnen.

Ein Gardist, der sich Trumps Anordnungen widersetzt, hoffte ursprünglich, im medizinischen Bereich bei Naturkatastrophen helfen zu können. Zur aktuellen Situation erklärt er: „Das kann ich nicht machen. Allein wenn ich nur auf meine Uniform sehe, fühle ich mich schlecht, dass ich damit in Verbindung gebracht werde, besonders nachdem (die Nationalgarde) den Mann erschossen hat, der diese Grillstube (in Louisville, Kentucky) besaß. Ich lebe in Pennsylvania. Ich lebe mit der Geschichte von Kent State. Ich bin ein Teil davon.“

Ein anderer teilte mit: „Ich habe das Gefühl, dass ich in keiner Weise mitschuldig werden will, angesichts so vieler Beispiele von Soldaten und Polizisten, die in böser Absicht handeln … In dieser Hinsicht war das in der Ausbildung niemals Thema … Wir haben keine Ausbildung erhalten oder auch nur Gespräche gehabt über Taktiken der Deeskalation.“

„Der Einsatz des Militärs zur Niederschlagung von Protesten und zur Ergänzung der stümperhaften Bemühungen der Polizei, diese Proteste zu kontrollieren, insbesondere durch eine rechtswidrige Anwendung von Gewalt, wird die Proteste nur weiter anheizen“, sagte ein Unteroffizier der Nationalgarde der Military Times.

Unsere Botschaft an die Angehörigen der Nationalgarde und US-Armee

Zehntausende Angehörige der Nationalgarde wurden bereits in 29 Staaten mobilisiert.

Wenn Sie wissen, dass Sie nicht zur Nationalgarde gegangen sind um Amerikaner anzugreifen, die ihre Redefreiheit und ihr Versammlungsrecht wahrnehmen, um gegen systematischen Rassismus und Polizeigewalt zu protestieren, dann ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, zu verweigern und sich an die Seite der Menschen zu stellen. Für einige kann das bedeuten, öffentlich ihre Stimme zu erheben. Für andere kann das bedeuten, dass sie nicht auftauchen, um Protestierende zu schlagen und niederzuschießen. Es gibt viele Wege gewaltfreien Widerstands.

Die Absicht des Oberbefehlshabers, Präsident Trump, die US-Verfassung mit Verfechtern der Vorherrschaft einer rassischen Gruppe und mit Verweis, er befinde sich im Einklang mit dem Erbe der Konföderation, schlägt fehl. Zuletzt hat er sogar gefordert, dass Antifaschismus als ungesetzlich erklärt wird, also die Haltung und Motivation gegen Nazi-Deutschland. Diese Woche ordnete er einen gewaltsamen Sturm auf die friedlich Protestierenden vor dem Weißen Haus an, um ein Foto machen zu können. Wir möchten jedoch, dass Sie wissen, dass Sie sich nicht an den Brutalitäten der nächsten Woche beteiligen müssen.

Seit 2005 arbeitet Courage to Resist eng mit Angehörigen des Militärs zusammen, die sich geweigert haben, in den ungerechten Krieges des US-Empires im Ausland zu kämpfen. Zusammen mit unseren Verbündeten, darunter Veterans For Peace, About Face: Veterans Against the War (früher IVAW), der GI Rights Hotline, und anderen, haben wir erfolgreich hunderte von Verweigerern unterstützt, darunter auch Armee Leutnant Ehren Watada und PFC Chelsea Manning.

Jetzt leisten wir Rechtsbeistand und logistische Hilfe für Militärangehörige (einschließlich Offizieren und Mannschaften), die sich weigern, in den USA lebende Menschen zu bekämpfen, die an Aktivitäten zum 1. Zusatzartikel der Verfassung (First Amendment) beteiligt sind. Bitte setzen Sie sich mit uns in Verbindung, wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie wir in Ihrer Situation helfen können.

Unsere Botschaft an diejenigen, die Angehörige der Streitkräfte unterstützen, die verweigern

Seien Sie bereit, in den kommenden Tagen Verweiger*innen zu unterstützen, die an die Öffentlichkeit gehen. Helfen Sie uns heute, die Ausgaben für Rechtsberatung und Verteidigung zu finanzieren. Verweiger*innen, die sich dazu entscheiden, an die Öffentlichkeit zu gehen, werden wir dabei helfen, ihre Geschichten in kraftvollen Erklärungen an andere richten zu können. Wir werden uns so gut wie möglich für ihre Verteidigung einsetzen. Andere mögen sich auf ruhigere und dennoch effektive Weise widersetzen. Für sie bieten wir vertrauliche Beratung und weitere Kontakte und Ressourcen an. Bitte tragen Sie heute dazu bei, dass wir allen helfen können, die sich den gegenwärtigen illegalen Anordnungen widersetzen sowie allen imperialen Kriegen und Interventionen unserer Nation.

Bitte spenden Sie an den Kriegsdienstverweigerungsfonds von Courage to Resist.

Kontakt: Courage to Resists, https://couragetoresist.org/contact/

Courage to Resist: National Guard Troops Refuse Trump’s Race War, 4. Juni 2020. Übersetzung: rf. Quelle: https://couragetoresist.org/national-guard-troops-refuse/. Der Beitrag wurde veröffentlicht in: Connection e.V. (Hrsg.): Rundbrief »KDV im Krieg«, Ausgabe Juni 2020.

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