Konferenz Fluchtsituation Eritrea – kein Ende in Sicht?, Brüssel, 19. Oktober 2017 

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Soldatinnen in Eritrea. Foto: Temesgen Woldezion

Das Friedensabkommen mit Äthiopien hat Afewerkis Eritrea nicht verändert

Wenn überhaupt, dann hat es das Regime gestärkt

(12.10.2018) Nach der Unterzeichnung eines historischen Friedensabkommens mit Äthiopien und einer beispiellos positiven Berichterstattung in den Medien, beantragte Eritrea einen Sitz im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen (UNHRC). Als Mitglied des UN-Menschenrechtsrates wird Eritrea für drei Jahre das Recht haben, über die Menschenrechtsresolutionen der Vereinten Nationen abzustimmen, auch über seine eigenen Missstände. Da sich Eritrea darauf vorbereitet, seinen Platz im höchsten Menschenrechtsgremium einzunehmen, möchte ich im Folgenden einen Überblick darüber geben, wie das Land heute aussieht, trotz der großen Hoffnungen und optimistischen Medienberichte über bevorstehende politische Veränderungen.

Militärtransport. Foto: bc

Eritrea: Keine Ausreden mehr zur Aufrechterhaltung des zeitlich unbefristeten Nationaldienstes

(28.07.2018) Das jüngste Friedensabkommen mit Äthiopien würde den eritreischen Behörden die Möglichkeit bieten, die Praxis des unbefristeten Nationaldienstes (Militärdienstes) zu beenden. Sie wird weithin kritisiert und beraubt der Jugend des Landes ihre Träume und schuf eine ganze Generation eritreischer Flüchtlinge.

Demonstration in Frankfurt/Main

Schweiz: 3.200 EritreerInnen stehen möglicherweise vor der Abschiebung

(13.04.2018) Nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes der Schweiz im August 2017 ist die Rücksendung von eritreischen Staatsangehörigen rechtmäßig, wenn sie bereits ihren Militärdienst abgeleistet haben. Auf dieser Basis wird das Staatssekretariat für Migration (SEM) 3.200 Fälle von EritreerInnen überprüfen, die befristet Aufnahme in der Schweiz gefunden haben, und ihre Rückführung durchsetzen.

Demonstration in Frankfurt/Main

Eritrea: Unverminderte Menschenrechtsverletzungen

(12.03.2018) Wiederholt hat der Menschenrechtsrat “in schärfster Form” die “systematischen, weitverbreiteten und schweren Menschenrechtsverletzungen“ der eritreischen Regierung verurteilt. Der Rat verurteilte Verletzungen wie willkürliche Haft, Folter, sexuelle Gewalt, religiöse Verfolgung sowie die Verweigerung der Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Der Rat hat auch schwere Bedenken erhoben gegen die unbefristete Wehrpflicht von eritreischen Staatsbürgern und die Verwendung von Wehrpflichtigen bei Zwangsarbeit.