Flüchtlingsberichte Eritrea

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Eritrea: „Ich will nie mehr eine Waffe in die Hand nehmen“

"Als wir die Waffen bekommen sollten, sagte ich: ’Ich habe die Nase voll vom Krieg. Ich will keinen Krieg mehr. Ich habe bei der 3. Invasion gesehen, dass es nur Tote und Verletzte bringt, nur Schaden. Ich will nie mehr eine Waffe in die Hand nehmen, selbst wenn Ihr mich erschießt.’"

Ruta Yosef-Tedla

Eritrea: »Ich bin prinzipiell gegen Krieg«

Ich bin prinzipiell gegen Krieg. Aufgrund meiner religiösen Erziehung, ist Töten, ist Krieg eine Sünde für mich. Als der Krieg zwischen Eritrea und Äthiopien begann, sah ich viele meiner Nachbarn, wie sie verwundet und verstümmelt wurden.

Ruta Yosef-Tedla

"Besonders schwierig ist die Situation für Frauen"

(02.06.2004) "Besonders schwierig ist die Situation für Frauen. Manche sind mit Gewalt nach Sawa zur Grundausbildung gebracht worden. Sie wurden dort wie Sklavinnen gehalten, vergewaltigt. Christinnen wurden so von Muslimen schwanger - und umgekehrt. Manche wurden von ihren Familien verstoßen. Das alles ist für die Frauen kaum zu ertragen. So haben sich einige selbst umgebracht, andere ihr Kind, weitere sind verrückt geworden."

Bisrat Habte Micael

Eritrea: „Ich hatte die Nase voll vom Krieg“

(28.05.2004) "Nach der 11. Klasse wurde uns gesagt, dass wir das Ergebnis der Abiturprüfungen erst nach der Grundausbildung beim Nationaldienst erfahren würden. Bei einem guten Abschluss hätte man wahrscheinlich studieren können, ansonsten wäre ich wohl beim Militär geblieben. Ich hoffte darauf, dass ich nach der Ableistung des Nationaldienstes den Abschluss bekomme und aus dem Militär entlassen werde. Deswegen bin ich mit 15 Jahren zum Militär gegangen. So wurde ich 1996 in der 5. Runde der Einberufungen zum Nationaldienst rekrutiert und nach Sawa zur Grundausbildung gebracht."