Kriegsdienstverweigerer berichten 

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Ibrahim Cemil Özdemir

Türkei: „Es gab nur einen Weg: Kein Soldat werden“

Erklärung zur Kriegsdienstverweigerung

(27.08.2019) In der Türkei und auch in die meisten Länder der Welt dauern gesellschaftliche Gewaltkonflikte an. In den meisten Ländern, in denen dauerhaft Konflikte stattfinden, sind auch Waffen im Einsatz. Aus ethischen und Gewissensgründen bin ich gegen den Krieg, weil in diesen Kriegen Menschen getötet werden. Ich bin grundsätzlich gegen Gewalt, weil Gewalt immer Gegengewalt erzeugt. Damit wir aus dieser Gewaltspirale herauskommen, sollten wir die Konflikte gewaltlos lösen. Aus diesem Grund ist die Verteidigung des Rechts auf Kriegsdienstverweigerung einer der wichtigsten Schritte für eine kriegs- und gewaltfreie Zukunft der Menschheit.

Beran Mehmet İşci

„Militärdienst steht in völligem Widerspruch zu meinen Überzeugungen“

Erklärung zur Kriegsdienstverweigerung

(25.08.2019) Ich heiße Beran Mehmet İşci und bin im Oktober 1996 in der Stadt Bursa in der Türkei geboren. Mit der folgenden Stellungnahme will ich die Gründe für meine Kriegsdienstverweigerung erläutern.

Graffiti of Halil Karapaşaoğlu by CRS

Nordzpyern: „Wir haben einen Traum“

Interview mit Halil Karapaşaoğlu

(01.02.2019) Der aus dem Norden Zyperns stammende Halil Karapaşaoğlu hatte mehrmals den Reservedienst verweigert und war deshalb Anfang 2019 zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Da er sie nicht zahlte, wurde er ins Gefängnis gebracht. Nach drei Tagen ordnete das Berufungsgericht an, ihn freizulassen, da zwischenzeitlich von der Regierung in Nordzypern ein Gesetzentwurf zur Kriegsdienstverweigerung vorgelegt wurde. Wir hatten Gelegenheit, Anfang Februar mit Halil Karapaşaoğlu zu sprechen. (d. Red.)

Gaim Kibreab (l.) und Filmon Debru (r.)

Meine Geschichte

Ein eritreischer Flüchtling berichtet

(19.10.2017) Meine Geschichte beginnt zu der Zeit, als ich mich entschied, mein Land zu verlassen. Ich war Student an der Technischen Fakultät in Eritrea. Es war keine normale Universität. Es war vielmehr wie eine Militärschule. Statt eines Dekans hatten wir einen Oberst. Die Schule hatte ihr eigenes Gefängnis für Studenten, die sich - allgemein gesprochen - „falsch „verhielten, die „falschen Fragen“ stellten oder ungerechten Anweisungen der Regierung nicht nachkamen. Oder es traf Studenten, deren Verhalten als rebellisch angesehen wurde. Wir hatten einen Zugführer, einen Kompanieführer, einen Brigadegeneral. Wir waren so etwas wie Reservisten.